Reisebericht zur Lublinfahrt 2018

Samstag:
Um 6:15 trafen wir uns am Hauptbahnhof. Nach der Verabschiedung unserer Familien begann das eigentliche Abenteuer etwas verspätet, da unser Zug ersetzt wurde. Nach zweifachem Umsteigen erreichten wir Lublin nach 21 Uhr. Die Gastfamilien erwarteten uns bereits am Bahnhof und haben uns herzlich in Empfang genommen. Nach den Ansprachen beider Direktoren ging es für uns alle mit den Gastfamilien nach Hause.

Sonntag:
Am Morgen haben wir uns zu einem gemeinsamen Gottesdienst in der Kathedrale getroffen. Im Anschluss darauf lernten wir Lublin durch ein Stadtspiel kennen. Danach waren wir Pizza essen und lernten uns besser kennen. Als Abschluss gingen wir zu der Eisdiele, die wir auch schon im Stadtspiel kennengelernt haben. Abends ging es zurück zu den Familien.

Montag:
Um 9 Uhr trafen wir uns in der Schule. Nach einer kurzen Schulführung und Kennenlernspielen haben wir mit unserem Austauschschüler/-in für 45 Minuten den Unterricht besucht. Anschließend haben wir uns in der Aula zusammengefunden, um uns in Gruppen aufzuteilen und zu vorgegebenen Themen eine Präsentation zu erarbeiten.
Nach der Schule hatten wir Freizeit, welche wir mit der gesamten Gruppe auf der Skaterbahn verbrachten. Nach der Skaterbahn sind wir in Café gefahren, um den Abend schön ausklingen zu lassen.

Dienstag:
Vormittags fand sich unsere Gruppe wieder in der Schule zusammen, um nach einer kurzen Einführung mit Gruppenspielen an den Projektarbeiten weiter vorzubereiten.
Mittagessen gab es an dem Tag für alle in der Schulmensa, da für den Nachmittag die Besichtigung des ehemaligen Konzentrationslagers Majdanek geplant war.
Nachdem sich die Gruppe bei an der etwas außerhalb von Lublin gelegenen Gedenkstätte eingefunden hatte, begann die englischsprachige Führung über das weitläufige Gelände.
Dabei beschäftigten wir uns sehr eingehend mit der grausamen Vergangenheit dieses Ortes. So erfuhren wir beispielsweise, dass in den Jahren von 1941 bis zur Auslösung 1944 78 000 Menschen ermordet wurden. Gefangene, vor allem polnische Juden, mussten unter unmenschlichen Bedingungen leben und schwere körperliche Arbeit verrichten musste, woran die meisten der Insassen starben.
Es gab jedoch auch eine Gaskammer, die wir ebenfalls besichtigten, was für alle eine sehr beklemmende Erfahrung war.

Im November 1943 erschoss die NS in Majdanek rund 17 000 Juden innerhalb weniger Stunden, was wohl zu den grausamsten und brutalsten Verbrechen an diesem Ort zählt.
Im Anschluss an diesen wichtigen Besuch genossen wir einen freien Nachmittag mit unseren Austauschpartnern.

Mittwoch:
Morgens haben wir uns in der Schule zusammengefunden. Nach einer kurzen Vorbereitungszeit haben wir uns gegenseitig unsere Präsentationen vorgestellt. Mittags um 14 Uhr haben wir uns an einer katholischen Universität getroffen, in der wir eine Ausstellung polnischer Kunst besucht haben.
Nach der Ausstellung sind wir alle zusammen Bowlen gegangen, was bereits zur Tradition geworden ist. Es war unser letzter Abend in Lublin, den wir in einem Café genossen haben.

Donnerstag:
Wir fuhren um 7:30 alle gemeinsam nach Przemyśl, wo wir zunächst ein Museum der Stadt und ihre Vergangenheit besichtigt haben. Hierbei wurden wir von einem Mann begleitet, welcher uns zuerst eine Einleitung zur Situation und eine Führung über das Gelände gab. Danach stiegen wir wieder in den Bus, um in die Altstadt zu fahren, wo nach einer Stärkung wieder eine Führung folgte. Nach dem Aufstieg auf einen Turm, wo wir eine wunderbare Aussicht hatten und der Besichtigung einer Kirche, begann die Weiterfahrt zu der Jugendherberge in Wieliczka.

Freitag:
Auf das gemeinsame Frühstück folgte, nach der Busfahrt, unsere Führung durch Krakau. Bei dieser besichtigten wir den ehemalige jüdische Stadtteil Kazimierz, den Wawel-Berg, die Wawel-Kathedrale sowie die Altstadt. In mitten der Führung bekamen wir die Gelegenheit einen leckeren Apfelkuchen zu probieren, wonach die Führung auch schon fast zu Ende war. Danach hatten wir für drei Stunden Freizeit in der wir Essen, Souvenirs und Mitbringsel kaufen konnten. Als wir uns dann wieder auf dem Platz vor der Marienkirche trafen, ging es wieder zur Jugendherberge zurück.

Samstag:
Nach einer lehrreichen Woche voller neuer Erfahrungen und Freundschaften mussten wir auch schon wieder „cześć!“ sagen und uns von unseren Gastgebern verabschieden.
Obwohl einige Tränen vergossen wurden, war die Stimmung doch fröhlich und wir alle hoffen, uns nächstes Jahr während des Besuchs der Polen wieder zu sehen.
Die Heimfahrt zog sich hin und alle waren froh, am Abend erschöpft zuhause in Bielefeld anzukommen.
Der Polenaustausch wird uns allen in Erinnerung bleiben und wir hoffen, die entstandenen Freundschaften zu unseren Austauschpartner auch weiterhin pflegen zu können.
Auch die intensive Auseinandersetzung mit der deutsch-polnischen Vergangenheit, insbesondere im Hinblick auf den ersten Weltkrieg, war sehr spannend und zielführend, besonders aufgrund der Zusammenarbeit mit unseren polnischen Freunden.

Insgesamt ist eine gute Mischung zwischen intensiver Beschäftigung mit dem Thema der Begegnung und genügend Freizeit gelungen. Auch hat uns die Gastfreundschaft der Polen begeistert und wir konnten als Gruppe viel miteinander unternehmen und hatten eine sehr schöne und interessante Zeit zusammen.

Von |2018-11-15T17:36:04+00:0015. November 2018|