Vom 3. bis zum 24. Februar ist der Raum der Neustädter Marienkirche auf ganz neue Weise erlebbar: Jeden Tag sind Menschen zu einem kostenlosen Mittagessen im Kirchenraum eingeladen. Dabei geht es nicht um eine reine Essensausgabe, sondern um die Erfahrung des gemeinsamen Mahlhaltens mit vielen unterschiedlichen Menschen. Für die sieben Schülerinnen der Marienschule, die sich am 6. Februar zusammen mit Frau Brunke als freiwillige Helferinnen engagiert haben, war dies der besondere Reiz. Johanna (Q2) erklärte, sie habe selbst sehen und erleben wollen, welche Menschen das Angebot der Vesperkirche wahrnehmen. Ihre Beobachtung: Die sehr unterschiedlichen Gäste saßen bunt gemischt an den Tischen, aßen zusammen und redeten miteinander. Einige Gäste sagten ganz offen, dass ihnen diese Gemeinschaft beim Essen im Alltag fehle, weil sie – zum Beispiel nach dem Tod des Ehepartners – plötzlich allein seien.

Ihre helfende Tätigkeit nahmen die Schülerinnen als einen Dienst im Sinne von Compassion wahr. Für Jil (Q2) wurde in diesem den Menschen zugewandten Dienst die Nächstenliebe besonders deutlich. Viele Gäste hätten sich dankbar gezeigt, dass ihnen Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Daria und Clara (beide Q1) betonten, dass diese Dankbarkeit der Gäste auch sie selbst wieder bereichert habe.

Im Rahmen des Tischdienstes und bei der Essensausgabe haben sich die Schülerinnen eingebracht. Also einen Tag lang nichts gelernt? Doch, denn die Tätigkeiten haben ganz eigene Fähigkeiten geschult: Das Projekt Vesperkirche lebt davon, dass sich alle mit ihrer jeweiligen Aufgabe verlässlich in das gesamte Team einfügen. Und als plötzlich das Spülmobil ausfiel, musste man in der Hektik auch einfach mal etwas improvisieren, wie Daria (Q1) erklärte. Jil (Q2) ergänzte: „Man musste Augen und Ohren offenhalten“. Auch Clara (Q1) ist überzeugt: „Ich habe viel gelernt!“ Gerade der Kontakt zu den Menschen und ihre persönlichen Geschichten seien beeindruckend gewesen. Federicas (Q2) Fazit: „Es hat sich gelohnt!“