Vor ein paar Wochen fand in Duderstadt das 16. Schülerseminar zu Studium- und Berufsplanung unter dem Motto „Quo vadis? – Quo vadit?“ statt. Das Ursulinenkloster in Duderstadt, unter der Führung von Sr. Ingeborg, beherbergte dieses Jahr 19 Schüler und Schülerinnen aus verschiedenen Ursulinenschulen. Die Schüler kamen aus Köln, Bielefeld, Hannover, Hildesheim und Fritzlar. In den fünf Tagen hielten Referenten verschiedener Firmen, darunter Otto-Bock und Sartorius, Vorträge.

Am Montag lebten wir uns zunächst einmal im Kloster ein, lernten uns gegenseitig kennen und hörten einen Vortrag von Frau Dr. Bosse, welche die ganze Woche über bereitwillig für Fragen zur Verfügung stand. Der Fokus lag auf ihrer Karriere bis hin zu ihrer Tätigkeit als Präsidentin der Universität in Hildesheim. Wir haben uns auch mit unseren eigenen Zukunftsplänen und -wünschen beschäftigt.

Am Dienstagvormittag kamen drei Referenten der Firma Otto-Bock und stellten uns die Arbeit der Firma vor. Otto-Bock ist einer der weltführenden Hersteller für Prothesen und Orthesen, aber auch Rollstühlen und beschäftigt sich ebenfalls mit der Forschung an Exoskeletten. Zwei Auszubildende stellten uns ihre Berufsbereiche vor – Kaufmännischer Fachangestellter und Orthopädietechnik-Mechaniker. Nachdem uns die Möglichkeit gegeben wurde, Eignungsteste für eine der beiden Berufsgruppen durchzuführen, erarbeiteten wir verschiedene wichtige Kompetenzen, die nicht nur für diese Ausbildungsberufe, sondern auch im Allgemeinen sehr wichtig sind.

Am Nachmittag stand eine Führung durch den Hauptsitz der Firma in Duderstadt an, bei der auch das Gruppenfoto entstanden ist. In zwei Gruppen wurden wir durch die Ausstellung und die Produktionsbereiche der Firma geführt und erhielten dadurch einen noch besseren Eindruck von den Arbeitsweisen und verschiedenen Bereichen der Firma. Wir konnten jederzeit gezielte Fragen zu Vorgehensweisen oder den verschiedenen Produkten stellen und haben auch einen Einblick in die vielseitigen Möglichkeiten der Prothetik bekommen und wie wichtig es ist, für den richtigen Kunden das richtige Produkt auszuwählen und es individuell auf ihn abzustimmen. Otto-Bock stellt universelle Einzelteile für Prothesen her, die in aller Welt verschickt und dann vom jeweiligen Orthopädietechniker passend zugeschnitten werden. Zum Abendbrot lud Sr. Ingeborg alle zum Pizzaessen ein.

Mittwoch war die Firma Sartorius zu Besuch. Sartorius unterstützt Firmen bei der Herstellung von Pharmazeutischen Produkten – von der Entwicklung bis zur Produktion. In einem Selbstversuch testeten wir, wie sich Veränderungen im Arbeitsvorgang auf den Ablauf und die Zusammenarbeit auswirken und versuchten gemeinsam Lösungen für aufkommende Probleme zu erarbeiten. Mit dem Thema beschäftigten wir uns den ganzen Tag. Wir erarbeiteten in Kleingruppen wozu diese gut sein und wie sie am besten umgesetzt werden können. Dabei sind viele schöne Plakate entstanden.

Am Donnerstag war ein Besuch eines Referenten der Firma Coca-Cola geplant, der aber leider kurzfristig abgesagt werden musste. Stattdessen klärte Frau Dr. Bosse uns über die verschiedenen Möglichkeiten nach dem Schulabschluss auf und zeigte uns Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Wege. Dann berichtete uns Sr. Ingeborg von ihrem Werdegang und ihrer Tätigkeit als Lehrerin, auch in den USA. Sie führte uns durch das Kloster uns zeige uns Bereiche, die wir während unseres Aufenthalts noch nicht entdeckt hatten und erzählte uns von der Geschichte des Klosters. Sie zeigte uns auch die angrenzende Schule. Da die Schule in drei Jahren geschlossen werden soll, diskutierten wir über verschiedene Möglichkeiten, was in der Zukunft damit geschehen könnte.

Am Freitag schlossen wir die gelungene Woche mit einem Gruppenspiel ab, verabschiedeten uns von Frau Dr. Bosse und Sr. Ingeborg und reisten schließlich ab. Die Zeit war eine gute Möglichkeit, Schüler anderer Ursulinenschulen kennen zu lernen und gemeinsam zu üben außerhalb des Klassenzimmers an Vorträgen und Diskussionen teilzunehmen. Es wurden noch einmal ganz andere Perspektiven für die Zukunft geschaffen.

Fotos und Bericht von Emma Wulfmeier