„Verschämte Opfer“ – Gedenkgottesdienst für die Opfer des Nationalsozialismus
Wie seit nunmehr dreißig Jahren fand auch in diesem Jahr am 27.01.2026 zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau der von der Marienschule organisierte Gedenkgottesdienst für die Opfer des Nationalsozialismus in der Kirche St.Jodokus statt. Dieser Gottesdienst ist eine Einladung zum Innehalten und zu einer erneuten Bewusstmachung der von den Nationalsozialisten verübten grausamen Verbrechen. Er wurde in diesem Jahr von den Leistungskursen der Fächer Geschichte und Pädagogik mit Unterstützung von Frau Hornjak, Frau Bruns und Herrn Ehinger sowie unseres ehemaligen Kollegen Herrn Sewekow inhaltlich gestaltet.
In jedem Jahr rückt eine bestimmte Gruppe von Opfern und der spätere gesellschaftliche Umgang mit diesen in den Fokus. So wurde der Gottesdienst in diesem Jahr den Opfern sexueller Zwangsarbeit im KZ gewidmet. Schon im Titel „Verschämte Opfer“ klingt an, dass sich die Auseinandersetzung nicht auf die historische Perspektive beschränken darf, da den Frauen und Männern, die durch sexuelle Zwangsarbeit ausgebeutet und in ihrer Menschenwürde verletzt wurden, auch nach der Befreiung durch fehlende gesellschaftliche Akzeptanz sowie persönliche Scham die Bewältigung ihrer Verletzungen verwehrt wurde. So wurden sie im Nachhinein durch das Erleben dieser psychischen Gewalt erneut zu Opfern.

Durch die inhaltliche Gestaltung des Gottesdienstes gelang es auf eindrückliche Weise, den Blick von der historischen Perspektive auf unsere Gegenwart zu richten, in der Systeme sexueller Gewalt nach wie vor als Instrument der Kriegsführung, seelischen Zermürbung und Machtausübung eingesetzt werden. An diesem Abend gaben die Schülerinnen und Schüler den Opfern eine Stimme. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes mit Gitarrenspiel und improvisierten Klangskizzen an der Orgel ergänze sich mit den ZeitzeugInnenberichten zu einem eindrücklichen und beklemmenden Bild, das die Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes sicher noch lange begleiten wird und so ein Beitrag der Marienschule gegen das Vergessen ist.
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