Florian Bochert (Q1) über seine Teilnahme am Europäischen Jugendparlament

Das Europäische Jugendparlament (EJP) ist eine eigenständige Organisation, die ähnlich wie das Europäische Parlament zu Problemen der Europa-internen sowie weltweiten Politik Resolutionen verfasst. Anders als beim Europäischen Parlament sind die Resolutionen des EJP allerdings nicht bindend und werden – wie der Name schon sagt- von uns Jugendlichen verfasst. Die Sitze, die Deutschland jedes Jahr im EJP hat, werden in einem Nationalen Auswahlprozess ausgeschrieben und jeder kann sich entweder als Einzeldelegierter oder als Schuldelegation aus sieben Schülern bewerben.

Nachdem ich mich im Vorfeld durch eine schriftliche Ausarbeitung und eine Regionale Auswahlsitzung qualifiziert hatte, fuhr ich dann als Endstufe des Nationalen Auswahlverfahrens zur Nationalen Auswahlsitzung Ende Mai nach Hannover. Wir deutschen Delegierten mussten uns alle also vorher durch die Regionalen Auswahlsitzungen qualifizieren und zusätzlich wurden auch noch viele internationale Delegierte aus ganz Europa nach Hannover eingeladen. So lebten wir selbst die Europäische Gemeinschaft.

Im Verlauf der Woche lernten wir Delegierten uns alle erst beim „Teambuilding“ besser kennen und arbeiteten dann eingeteilt in verschiedenen Komitees zu verschiedenen Problemen Resolutionen, also Lösungsansätze, aus. Gleichzeitig durften wir auch noch an vielen kulturellen Aktivitäten wie zum Beispiel an einer Stadt- oder Museumsbesichtigung und sportlichen Aktivitäten wie Radfahren und Klettern teilnehmen. All dies bot uns einen guten Ausgleich zu dem anstrengenden Verfassen der Resolutionen und passierte natürlich wie das Arbeiten selbst auch auf Englisch, um sich auch mit den internationalen Delegierten verständigen zu können.

Die verschiedenen Resolutionen befassten sich dann mit Themen wie Staatenlosigkeit, Waffenhandel oder dem Klimawandel und wurden an den letzten beiden Tagen in einer Generalversammlung aus allen Delegierten vorgestellt. Jedes Komitee versuchte die anderen von der jeweiligen Resolution zu überzeugen, während andere Komitees diese Resolutionen angreifen konnten und Unklarheiten deutlich machen konnten. Am Ende wurden die Resolutionen durch einen Mehrheitsentscheid aller Delegierten entweder angenommen oder abgelehnt. Die Generalversammlung selbst fand dann auch im Interims-Landtag von Niedersachsen statt.

Über den gesamten Zeitraum des Arbeitens hinweg wurden die deutschen Delegierten von einer Jury beobachtet, die anhand verschiedener Kriterien die besten Delegierten aussuchten. Aus über 100 Delegierten wurde ich dann als einer von neun Delegierten ausgewählt, um Deutschland bei der Internationalen Sitzung des Europäischen Jugendparlamentes im März 2019 in Armenien zu vertreten. Somit habe ich den Nationalen Auswahlprozess in Deutschland gewonnen!

Insgesamt haben mir diese Tage in Hannover sehr viel Spaß gemacht. Neben neuen Arbeitsmethoden konnte ich auch viele neue Leute kennenlernen und zusammen mit ihnen spannende Themenbereiche der europäischen Politik erkunden. Ich selbst habe zwei Reden in der Generalversammlung gehalten und zu vielen anderen Resolutionen verschiedene Kritikpunkte angemerkt, was mein Verständnis von europäischer Politik nachhaltig geprägt hat. Aber auch neben dem Arbeiten hatten wir alle viel Freude und so freue ich mich jetzt schon auf meine Zeit in Armenien!

 

Links zu verschiedenen offiziellen Artikeln, in denen ich erwähnt wurde:

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Das-Europaeische-Jugendparlament-trift-sich-in-Hannover

https://www.eyp.de/data//2018/05/Pressemitteilung_Sitzungsabschluss_NAS-Hannover-2018.pdf

Florian Bochert

Von |2018-06-25T10:33:15+00:0025. Juni 2018|