Lublin-Begegnung 2019

Der Austausch mit dem Stanislaw-Kostka-Lyzeum in Lublin hat an der Marienschule Tradition. Genau wie die Marienschule ist das „Biskupiak“, wie die Schule genannt wird, eine katholische Schule. Der Austausch richtet sich insbesondere an Schüler*innen der oberen Jahrgänge, Kenntnisse der polnischen Sprache werden nicht vorausgesetzt. Das Programm des Lublin- Austauschs ist üblicherweise auf ein geschichtliches oder politisches Thema ausgerichtet. In diesem Jahr fand der Austausch vom 14.09. bis zum 21.09. in Deutschland statt. Thematisch wurde die Europäische Union behandelt.

Samstag konnten wir unsere Austauschpartner*innen an der Marienschule begrüßen. Nach ein paar einleitenden Worten von Herrn Kunert, Schwester Carola und den polnischen Lehrerinnen konnten wir unsere Partner*innen mit nach Hause nehmen. Am Sonntag ging es dann mit dem Programm los. Nach einem Gottesdienst in der Christkönig-Kirche wurden wir für eine Stadtrallye freigelassen. Durch die Altstadt führte uns die Rallye bei gutem Wetter bis auf die Sparrenburg. Am Montag war in der Schule Zeit, um Projektarbeiten zu bearbeiten. In gemischten Gruppen wurden verschiedene Themen und Institutionen der EU erarbeitet und präsentiert.

Von Dienstag bis Donnerstag führte uns das Programm auf den Spuren der EU über Frankfurt/Main und Karlsruhe bis nach Straßburg. In Frankfurt wurden wir kurz durch die Stadt geführt und erhielten so einen kurzen Einblick in die Geschichte der Stadt und Deutschlands. Der Frankfurter Dom, wo früher die Kaiser gewählt wurden und die Paulskirche als Ort des ersten demokratischen Parlaments in Deutschland waren dabei zentrale Orte. Nach der Stadtführung und einer kurzen Mittagspause ging es weiter zu EIOPA, der „Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung“: eine Behörde, von der vor den Präsentationen am Montag kaum eine*r schon einmal gehört hatte. Trotzdem lohnte sich der Besuch aus mehreren Gründen. Zum einen konnten uns zwei Angestellte der EIOPA tiefe Einblicke in die Arbeitsweise der EU und insbesondere der europäischen Geldpolitik geben, zum anderen befindet sich die EIOPA im 28. Stockwerk eines Hochhauses mit Glaswand, so dass wir einen großartigen Ausblick über Frankfurt und die Umgebung hatten.

Von EIOPA ging es für uns wieder zurück in den Bus und zu einer Jugendherberge in Karlsruhe, von der wir am nächsten Morgen Richtung EU-Parlament in Straßburg aufbrachen. Im EU-Parlament wurden wir nach dem Passieren der Sicherheitsschleusen von Jan Praest, einem Angestellten des westfälischen CDU-Abgeordneten Peter Liese empfangen. Von Jan Praest, Herrn Liese und einem polnischen Kollegen, wurden wir in einen kleinen Sitzungsraum geführt, wo uns Herr Liese etwas zur Arbeitsweise der EU und dem EU-Parlament erzählte. Für das Treffen mit Herrn Liese hatten wir vorher einige Fragen vorbereitet, von denen er uns aber nur wenige beantworten konnte, bevor er zu einer Besprechung musste. Nachdem Herr Liese zu seinem Termin gegangen war, konnten wir die beiden Angestellten aber noch eine ganze Weile mit Fragen löchern, bis eine andere Besucher*innengruppe vor der Tür stand und den Raum nutzen wollte. Daraufhin wurden wir in den großen Plenarsaal geführt, wo wir von einer Empore aus eine Brexit-Debatte verfolgen konnten. Nach dem Besuch des Parlaments liefen wir in die Innenstadt von Straßburg, wo wir den Nachmittag eigenständig verbringen konnten. Abends ging es dann wieder zurück nach Karlsruhe in die Jugendherberge.

Am Donnerstag stand zunächst eine Stadtführung durch Karlsruhe auf dem Programm. In zwei Gruppen wurden wir durch den Schlosspark, die Innenstadt und an den verschiedenen Gerichten vorbei geführt. Anschließend konnten wir das Bundesverfassungsgericht besuchen. Dort führte uns eine wissenschaftliche Mitarbeiterin durch die verschiedenen Kammern und schließlich in den großen Sitzungssaal. Mit viel Input und einer Miniaturausgabe des Grundgesetzes in Gepäck ging es dann wieder zurück nach Bielefeld.

Am Freitag konnten die polnischen Schüler*innen zunächst einmal den deutschen Unterricht besuchen. Anschließend fand ein Gottesdienst statt. Der Nachmittag konnte wieder frei gestaltet werden, genauso der Samstagvormittag, bis wir unsere Partner*innen Mittags zurück zum Bus brachten.