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S. Aloysia Pieczonka
29.01.1930  –  04.11.2019

Nachruf

S. Aloysia wurde in ein gut-bürgerliches Familienmilieu in Breslau- Carlowitz geboren und wuchs mit den fünf Geschwistern mit bewährter katholischer Glaubenstradition auf. Sie wurde  auf den Namen Angela getauft.

Nach der Vertreibung im Oktober 1947 setzte sie in Leinefelde ihre Schullaufbahn fort und schloss sie mit dem Abitur 1950 ab.

Im Oktober 1950 trat sie in den Konvent der Breslauer Ursulinen in Herdringen ein und erhielt den Ordensnamen Aloysia, später erweitert durch das Prädikat „von Jesus“.

Nach dem Studium der Fächer Musik und Deutsch war sie bis 1995 an der Marienschule in Bielefeld als hauptberufliche Lehrerin tätig, sie unterrichtete in allen Schulstufen, in der S II in Grund- und Leistungskursen. Ihre pädagogische Sorgfalt erfuhr jeder ihrer Schüler vor allem dadurch, dass sie sich im Bedarfsfall ganz individuell um jeden Bewertungspunkt kümmerte, um eine verderbliche Folge ihrer Endzensur zu vermeiden. So führte sie manchen Schüler in letzter Minute zu Leistungserfolg, manchmal sogar zu anhaltender Leistungsfreude.

Solcher ganz individuelle Einsatz zeichnete 25 Jahre lang nach ihrer Pensionierung und zwar bis ganz kurz vor ihrem Tod ihre aufwändige Förderung von Schülern aus Spätaussiedler- und Migrantenfamilien aus. Dadurch prägte sie das Profil der Marienschule unübersehbar, unzählige Schüler bleiben ihr dafür dankbar.

In der Phase der konventlichen Umgestaltung wurde sie für 3 Jahre ( von 1995 -1998)  zur Oberin unserer Gemeinschaft gewählt.

In den rund 40 Jahren, in denen Pastor Prüfert unser Konventsseelsorger war, trug sie mit ihm konventsseitig die Verantwortung für die liturgische Gestaltung aller unserer Gottesdienste. Die von ihr geleitete Choral-Schola erhöhte an Hochfesten den Feiercharakter.

Ihre Spiritualität war lebenslang zutiefst eucharistisch geprägt, in diesem Fundament fand sie in jeder Lebenslage Orientierung und Kraft. Um so schmerzlicher empfand sie, dass die tägliche Eucharistie-Feier hier in den letzten Jahren nicht mehr möglich wurde.

Ihre Umgangsart mit den Menschen, die ihr in unterschiedlichsten Situationen begegneten, war immer behutsam zurückhaltend, vorsichtig im Urteil, gleichbleibend freundlich und aufmerksam im Zuhören.

Ihr Lebenszeugnis war vom Vorbild unserer Stifterin, ihrer persönlichen Namenspatronin,  geprägt und bleibt für uns unvergänglich bewusst.
Wir danken ihr für dieses Zeugnis und erbitten ihr das Leben in Fülle in der Anschauung unseres Schöpfers.

Requiescat in pace!

S. Carola