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Stefanie Böhm (18), die in diesem Jahr erfolgreich ihr Abitur an der Marienschule abgelegt hat, wusste früh, dass sie nach der Schule ein freiwilliges soziales Jahr machen möchte. Und gerne wollte sie dieses mit ihrer Vorliebe für die spanische Sprache verbinden. Durch den Tipp von Verwandten stieß sie auf die Steyler Missionare, eine internationale katholische Ordensgemeinschaft mit etwa 10 000 Missionarinnen und Missionaren in 70 Ländern der Welt. In verschiedenen Berufen arbeiten sie für eine gerechtere Welt, für den Dialog der Religionen und Kulturen. Sie leben und arbeiten in Gemeinschaften, Pfarreien und sozialen Projekten.

Stefanie nahm mit der Organisation Kontakt auf und besuchte Vorbereitungsseminare und hoffte zunächst auf einen Einsatz in Chile, einem Land, das sie im Spanisch-Unterricht bereits näher kennengelernt hatte. Derzeit ist dort aber der Dienst als Freiwilliger nicht möglich, also schlug ihr die Organisation Bolivien als Einsatzort vor. Stefanie hat laut eigener Aussage lange gezögert, recherchierte im Internet und tauschte sich in einem speziellen „Bolivien-Seminar“ mit Teamern aus, die selbst dort waren und ihr wichtige Reise- und Verhaltenstipps geben konnten, und schließlich stand ihr Entschluss fest: Ab dem Herbst geht sie für ein Jahr nach Bolivien, genauer nach San Ignacio de Velasco im Departamento Santa Cruz, einem Ort mit ca. 62 000 Einwohnern. Dort hilft sie in einem Internat für Mädchen und Jungen aus ländlicher Umgebung und sozial schwachen Familien, das von den Steylern geleitet wird und für die Kinder die einzige Chance auf Schulbildung darstellt. Stefanie lebt und arbeitet in dem Internat, hilft im Haushalt, kocht und unterstützt die Kinder bei den Hausaufgaben. Nachmittags hilft sie außerdem in einer Einrichtung für behinderte Kinder, dem „Fassiv“, aus. Die Freizeit, die ihr bleibt, hat sie bereits mit Reisen verplant, außer Bolivien selbst reizen sie insbesondere Argentinien und Paraguay.

Auf die Frage, ob ihre Familie sich keine große Sorgen um sie während ihrer Missionarszeit mache, antwortet sie: „Meine Eltern sind zwar besorgt, aber sie unterstützen mich in allem, weil sie von der Organisation der Steyler Missionare überzeugt sind.“ Laut eigener Aussage hat sie ein wenig Angst vor Heimweh, insbesondere an den Feiertagen wie Weihnachten. Die angekündigten Besuche ihrer Eltern, ihrer Schwester und ihrer besten Freundin lassen sie dennoch mit Vorfreude auf ihre Zeit im Ausland schauen: „Am meisten freue ich mich auf das neue Land, die neue Kultur, die fremden Menschen und das Unerwartete. Ich bin gespannt, was das mit mir macht.“

Wir wünschen Stefanie eine spannende, tolle, eindrucksvolle Zeit, viel Mut für ihre Aufgaben und eine wohlbehaltene Rückkehr im September 2020! Was sie dann machen möchte, weiß sie noch nicht genau, fest steht hingegen: Ihre jüngere Schwester, die 2020 ihr Abitur machen wird, möchte ebenfalls ein freiwilliges soziales Jahr als Missionarin auf Zeit bei den Steyler Missionaren machen.